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Arie: Glück, das mir verblieb (Marietta's Lied)

Komponist: Korngold Erich Wolfgang

Oper: Die tote Stadt

Rolle: Marietta (Sopran)

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MARIETTA
Nun, hören Sie.
 
(singt)
 
Gluck, das mir verblieb,
Rück zu mir, mein treues Lieb.
Abend sinkt im Haag
Bist mir Licht und Tag.
Bange pochet Herz an Herz.
Hoffnung schwingt sich himmelwärts.
 
PAUL
(wie verloren)
Wie wahr, ein traurig Lied.
 
MARIETTA
Das Lied vom treuen Lieb,
Das sterben muß.
 
(wird aufmerksam)
 
Was haben Sie?
 
PAUL
Ich kenne das Lied.
Ich hört es oft in jungen,
In Schöneren Tagen...
Es hat noch eine Strophe,
Weiß ich sie noch?
 
(er setzt mechanisch fort. Sie spielt die Laute und fällt
ein. Die Strahlen der untergehenden Sonne überfluten
beide.)
 
Naht auch Sorge trüb,
Rück zu mir, mein treues Lieb.
Neig dein blaß Gesicht,
Sterben trennt uns nicht.
Mußt du einmal von mir gehn,
Glaub, es gibt ein Auferstehn.
 
(läßt erschüttert das Haupt auf die Brust sinken.
Marietta blickt ihn erst befremdet, dann spöttisch
an. Pause.)
Dich such'ich Bild!. Marietta. Die tote Stadt. KorngoldO Patria Mia. Aïda. Aida. VerdiAdieu, notre petite table. Manon Lescaut. Manon. MassenetDis-moi que je suis belle. Thaïs. Thaïs. MassenetEn couronnes tressons les roses. Oreste. Die schöne Helena. OffenbachLo vidi e'l primo palpito. Luisa Miller. Luisa Miller. VerdiAl dolce guidami castel natio. Anna Bolena. Anna Bolena. DonizettiO mio babbino caro. Lauretta. Gianni Schicchi. PucciniJe veux lui plaire. Fatma. Le caïd. ThomasSe crudele il cor mostrai. Betly. Betly ossia La capanna svizzera. Donizetti
Wikipedia
Opernhaus Graz, 2015
Die tote Stadt, op. 12, ist eine durchkomponierte Oper in drei Bildern mit einer Musik von Erich Wolfgang Korngold und Texten von Paul Schott, einem Pseudonym, unter dem Julius Korngold, Erich Wolfgang Korngolds Vater, und der Komponist selbst zusammenarbeiteten. Das Libretto basiert auf dem symbolistischen Roman Das tote Brügge (Bruges-la-morte, 1892; deutsche Übersetzung: 1903) von Georges Rodenbach (1855–1898). Korngold, der als „Wunderkind“ galt, war zum Zeitpunkt der Uraufführung erst 23 Jahre alt.
Die Oper wurde mit großem Erfolg am 4. Dezember 1920 gleichzeitig im Stadttheater Hamburg (Dirigent: Egon Pollak) sowie im Stadttheater Köln (Dirigent: Otto Klemperer) uraufgeführt. Bis in die 1950er Jahre folgten weltweit Aufführungen auf ca. 80 Bühnen, unter anderem auch 1921 in der Metropolitan Opera, wo Maria Jeritza in der Rolle der Marietta ihr Debüt an der Met gab. Später wurde das Werk von den Nationalsozialisten wegen der jüdischen Herkunft Korngolds vom Spielplan verbannt. Nach Korngolds Tod geriet das Stück weitgehend in Vergessenheit, wird aber seit 1967 (Volksoper Wien) und den 1970er Jahren wieder regelmäßiger aufgeführt: In der New York City Opera entstand auch eine erste Gesamtaufnahme, 1983 wurde Götz Friedrichs Produktion in der Deutschen Oper Berlin – die später auch an die Wiener Staatsoper übernommen wurde – für das Fernsehen aufgezeichnet und erschien später als CD.
In Korngolds Geburtsstadt Brünn wurde Die tote Stadt erstmals im Mai 2002 im Rahmen des Korngold-Festivals gespielt. Die Inszenierung stammte von Ansgar Haag. Die musikalische Leitung hatte Ivan Pařík. Ein Mitschnitt wurde im tschechischen Fernsehen gezeigt. Anselm Weber inszenierte die Oper 2009 in Frankfurt. Eine Aufführung in jüngster Zeit wurde von Johannes Erath im Jahr 2015 am Opernhaus Graz in der Ausstattung von Herbert Murauer, 2019 von Simon Stone an der Bayerischen Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko inszeniert. Bis 2015 gab es weltweit etwa 550 Aufführungen.
Orchester
Auf der Bühne
Ort und Zeit: Brügge, Ende des 19. Jahrhunderts
Paul bewohnt ein Zimmer in Brügge, das er „die Kirche des Gewesenen“ nennt, denn alles darin erinnert ihn an seine verstorbene Frau Marie. In einer Vision erscheint ihm Marie und erklärt, der Tag werde kommen, an dem er sie wieder ganz besitzen werde. Brigitta, Pauls Haushälterin, kündigt ihm eine verschleierte Frau an. Daraufhin betritt die Tänzerin Marietta das Zimmer. Weil sie Marie sehr ähnlich sieht, gelingt es ihr, Paul in ihren Bann zu ziehen. Er gibt ihr die Laute und einen Schal seiner verstorbenen Frau, damit Marietta ihr noch ähnlicher sieht. Mit der Laute singt Marietta die Arie Glück, das mir verblieb. Als Marietta jedoch versehentlich ein Bild von Marie enthüllt, erschrickt Paul, und Marietta verlässt das Gedenkzimmer.
Paul hat sich in Marietta verliebt und sucht sie. Diese befindet sich bei ihrer Theatergruppe, von Verehrern umringt. Paul beobachtet im Verborgenen, wie die Gruppe die Totenerweckung von Helene aus der Oper Robert der Teufel von Giacomo Meyerbeer probt. Anschließend wirft er ihr vor, dass er sie verachte, und sie nur liebte, da sie seiner verstorbenen Frau ähnelt. Marietta bietet nun alle ihre Verführungskünste auf, um ihm das Gegenteil zu beweisen.
Marietta verlangt von Paul, entweder solle er sie ganz lieben oder überhaupt nicht. Sie fängt an, ihn zu provozieren, und nachdem sie dem Schrein eine Locke Mariens entnommen hat, beginnt Marietta vor Paul zu tanzen. Dies macht Paul derart wütend, dass er Marietta erwürgt.
Nun kommt Paul wieder zu sich und erkennt, dass die Handlung des zweiten und dritten Aktes nur ein Traum war. Marietta kommt wieder, um den Schirm und die Rosen mitzunehmen, die sie zu Ende des ersten Aktes vergessen hatte. Seinem Freund Frank schildert er seine Vision. Dieser rät ihm, die „Kirche des Gewesenen“ zu verlassen. Paul verspricht, dem Rat seines Freundes zu folgen und Brügge, die tote Stadt, auf immer zu verlassen.
Im Gegensatz zur avantgardistischen Haltung der Wiener Schule rund um Schönberg, Berg und Webern, die Atonalität und später die Zwölftontechnik propagierten, pflegte der Komponist dieser Oper einen spätromantischen Stil, geprägt durch seinen Lehrer Alexander von Zemlinsky, Richard Wagners Chromatik und Leitmotiv-Technik, sowie die Orchestrierungstechnik von Richard Strauss. Korngolds Partitur zeigt aber auch Einflüsse des Verismo Puccinis. Als berühmteste Nummern der Oper gelten das Duett zwischen Paul und Marietta „Glück, das mir verblieb“ (Mariettas Lied) und die schwärmerisch-melancholische Bariton-Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“.
Das Werk wurde vom Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz veröffentlicht.